Gedacht

Die Kunst des Gehenlassens

14/08/2016

Tage. Wochen. Monate. Manchmal sogar Jahre.

Es sind Gedanken – ganze Gedankengänge, oder auch nur Gefühle. Gedanke und Gefühle, die einen gefangen halten in eisernen Denkstrukturen. Man möchte so gerne – oder man möchte nicht, aber man erstarrt innerlich gleichermaßen bei dem bloßen Streifen des Gedankens, dass es doch so kommen könnte, wie man es nicht möchte.

Manche Menschen unterdrücken es. Stille.

Manche Menschen explodieren nahezu. Schreie.

Manche Menschen verdrängen es. Leere.

Aber alle Mensche haben sie, diese Gedanken und Gefühle, die sie dazu zwingen zu leiden, traurig zu sein, wütend zu sein – um am Ende doch Gleichgültigkeit hervorzurufen und dann, ganz am Ende, neue Hoffnung.

Es ist der Prozess des Lebens. Wie die Menschen damit umgehen ist genauso individuell wie ihr Aussehen. Aber eines bleibt gleich: Wirklich Gehenlassen ist ein Prozess. Nicht oft ein Prozess der Tage, Wochen, Monate, oder manchmal sogar Jahre beansprucht. Erst will man nicht gehenlassen. Klammern. Man möchte nicht wahr haben. Verdrägung. Doch langsam öffnen sich die Ohren für das, was die Menschen (die einem nicht selten sehr nahe stehen) wirklich sagen, versteckt hinter ihren Worten. Einsicht. Und Gefühle. Und doch Klammern. Man möchte so gerne. Oder man möchte nicht. Doch irgendwann – nach Tagen, Wochen, Monaten oder manchmal sogar Jahren – löst die Einsicht die so stark wirkenden Fesseln der eignen Gedanken. Die Einsicht gewinnt. Man lässt gehen. Man sieht ein, dass das Klammern nur ein kraftraubender Prozess ist, der nichts mehr tut, als dem eignen Körper und Geist Schaden zu zufügen. Erst dann, wenn man sich selbst wieder lieben lernt, lässt man wirklich gehen. Gehenlassen bedeutet sich selbst zu lieben. Sich selbst als erste Priorität des eigenen Lebens zu sehen.

Denn nur wer selbst liebt, kann auch von anderen geliebt werden.

1 Comment

  • Reply Steffi 14/08/2016 at 8:05 AM

    Du hast dieses Thema absolut auf den Punkt getroffen und genau so beschrieben wie es in der Realität bei (vermutlich) sehr vielen aussieht.

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